Wenige Werke wurden dem solistischen Violoncello zugedacht. Doch die haben es in sich. Die Gattungsgeschichte beginnt mit einem Paukenschlag: Johann Sebastian Bachs Suiten für Violoncello solo, von denen die Suite Nr. V in c-Moll auf der vorliegenden Einspielung erklingt. Fast 200 Jahre wird es dauern, bis ein Komponist sich auf das Wagnis einlässt, Bachs gewaltigem „Monolith“ einen zweiten, ebenbürtigen zur Seite zu stellen. Es ist der Ungar Zoltán Kodály. Im Jahr 1915 – zeitgleich mit Max Regers Aufgreifen des Bach’schen Vorbilds – schafft er seine Sonate op. 8, die der Tonsprache des solistischen Violoncello ungarischen Esprit einhaucht. Ist es ein Zufall, dass ein weiterer maßgeblicher Beitrag zum Repertoire für solistisches Cello von einem Landsmann Kodálys stammt? Gewiss nicht, denn György Ligeti scheint beides, die spieltechnisch neue Maßstäbe setzende Sonate seines Lehrers Kodály und die großen Musterkompositionen Bachs im Sinn zu haben, als er dem klangvollen tiefen Instrument mit seiner Sonate für Violoncello zwei charakteristische Sätze auf den Leib schreibt. Wenn sich mit Veronika Wilhelm eine Cellistin mit ungarischen Wurzeln diesen Meilensteinen der solistischen Celloliteratur widmet, darf man mit einer temperamentvollen Interpretation rechnen.
Veronika Wilhelm: Cello con Fuoco
Sonaten und Suiten für Violoncello solo
Künstler: Veronika Wilhelm
Komponisten: Johann Sebastian Bach
- Veröffentlicht: May 2014
- Gesamtzeit: 67:30
- Set: 1-CD
- EAN: 4037408015073
- Bestellnummer: KL1507
- Booklet






